Refit-Bericht unseres Club-Mitglieds Kurt Trimborn

Refit-Bericht Cytra Skipper 27

.......Bilder hierzu

Nachdem ich mir im Aug. 2004 eine Cytra Skipper von 1981 zugelegt habe, wollte ich neben diversen Verschönerungsarbeiten erst mal den Salon renovieren. Der verströmte noch den Charme der 70er Jahre. Die Decke und die Wände waren mit sandfarbenem  Teppichboden beklebt, der über die Jahre ziemlich dunkel geworden ist. Dazu kam eine dunkelbraune Stoffverkleidung rund um die Fensterleiste. In der Koje grinste mich das nackte GFK an und das Bad war in Ehren ergraut, wo vorher weiß war. Die Rückwand der Pantry war eine dunkelbraune Paneelplatte mit 2  5 Watt Funzeln darauf. Ansonsten gab es an der Kleiderschrankwand einen Strahler und über dem Tisch eine kaputte Pendelleuchte mit freischwebender Kabelzuführung von der Pantry her. Der Boden war mit einem allerdings neuen Teppichboden ausgelegt, in blau für das maritime Ambiente.

Das war alles und nicht wirklich erhellend. Obwohl die Cytra innen recht hell ist, war es doch ein Gefühl, als stiege man in eine Gruft.

Der Boden des Cockpits war mit einem blauen Schiffs-Teppichboden beklebt, der mehr gegen schmutz/schwarz tendierte. Sonst war das Schiff im Grunde in Ordnung, Originalzustand eben. Ist ja auch alles eine Sache des Kaufpreises und dessen, was man bereit ist, selbst zu machen.

 

Der Wille war reichlich vorhanden und ein paar Fähigkeiten auch. Ausserdem wächst der Mann mit seinen Aufgaben, also los geht´s….

 

Von den Seitenwänden unterhalb der Fenster ging der Teppich schon fast von alleine ab.

Die Kleber-Rückstände habe ich mit LÖSOL Universalreiniger von BAUHAUS abgewaschen. Sie reagierten nämlich mit dem neuen Teppichkleber. Ich habe den normalen Teppichkleber vom Teppichmarkt genommen und den cremefarbigen Teppichboden nach dem alten Muster zugeschnitten (mit 2-3 cm Zugabe) und damit verklebt (Kontakt-Klebung).

 

Die Decke habe ich erst mal noch nicht angefasst, da musste erst mehr Mut her.

Gedacht hatte ich mir, die Decke in Sektionen neu zu bekleben.
Dazu wollte ich die Teppichbahnen mit 1,40m Breite quer zur Längsachse aufkleben. Das geht sicher einfacher, als wenn ich versuche, 5m lange Bahnen an die Decke zu bringen.
Die entstehenden Querfugen wollte ich etwas breiter lassen, damit da noch ein Kabel für Beleuchtung dazwischenpasst. An der Decke ist sonst kein Licht und dann gibt es im ganzen Salon nur 1 Leselampe am Kleiderschrank. Über diese Querfugen wollte ich eine dünne Holzleiste kleben. So stellte ich mir das vor...


Als Nächstes habe ich mir die Koje vorgenommen. Die Wand zum Motorraum und die
Backbordwand waren unverkleidet, also nur beige GFK-Oberfläche. Hier habe ich von Ruegg das Vinyl-Material Sahara-beige aufgeklebt. Das ist so 4 mm stark, beige braun meliert mit genarbter Oberfläche. Passt farblich sehr gut zu den Teak-Einbauten und der Grundfarbe des Bootes. Die Koje wirkt gleich viel gemütlicher.
Das ging auch gut zu machen. Der mitgelieferte Kleber wird auf die Wand aufgetragen. Nach der vorgesehenen Ablüftzeit wird das grob zugeschnittene Material blasenfrei angedrückt, im Prinzip wie tapezieren, die Ecken mit ´m scharfen Messer beischneiden. Geht wirklich super zu machen.

Dann kam das Bad dran.

Das Waschbecken wurde vorübergehend ausgebaut, gesäubert und mit neuer Armatur versehen. An der linken Holzwand war eine 1 mm dünne genarbte Folie aufgeklebt, die vor 20 Jahren sicher mal weiß war. Die habe ich mit´m Spachtel abgestoßen und die Wand anschließend mit Hilfe eines Bandschleifers mit 60er Schleifpapier geglättet.  An der Außenwand mit dem Bullauge sind Holzverkleidungen angebracht und mit diesem dunkelbraunen Stoff beklebt. Die Verkleidungen konnte ich abschrauben, okay, die Schrauben muß man suchen.
Hinweis für Cytra-Fahrer: Von außen müssen die Fenster-Schrauben gelöst werden, da sie bis innen durchgehen und die Verkleidungsplatten mit festhalten.

Dann habe ich den alten Stoff abgezogen und die Platten wieder mit dem Bandschleifer abgezogen. Auf der Rückseite muß man die Schraubenlöcher so markieren, daß man sie später wiederfindet. Ich habe einen schönen, feuchtigkeitsfesten Stoff von www.gisatex.de aufgeklebt mit dem Kleber von Gisatex.
 

Für die Seitenwände der Toilette/Dusche habe ich ein cremeweißes, 3 mm starkes Material von Kähne aus Berlin genommen. Aussehen tut es eigentlich hübsch, aber durch seine hohe Flexibilität in alle Richtungen ist es nur für Profis wirklich empfehlenswert, da hilft auch ein frisches Skalpell zum Schneiden nur bedingt. Das ist vielleicht ´n Sch...zeug, wie Mozzarella! Dehnt sich in alle Richtungen und ist so flexibel, daß Du keine gerade Schnittkante hinbekommst, wenn Du versuchst, mit angelegtem Stahllineal in einer Ecke auf Stoß zu schneiden. Da war das Material von Ruegg stabiler und dadurch für den Laien einfacher zu verarbeiten. Der mitgelieferte Kleber ist lösemittelfrei und muß wg. des hohen Wasseranteils mindestens 1/2 Stunde ablüften, bevor man das Material aufbringt. Man kann dann noch mehrmals korrigieren. Wenn es nicht hält, abziehen und noch etwas zuwarten. Für kritische Stellen (Biegungen) empfehle ich 2 seitiges Kleben= Kontaktverklebung. Auch das lässt sich noch ein wenig korrigieren.

 

Im Salon wurde aller Mut zusammen gesucht  und der komplette Teppich vom Himmel gerissen......

Die Sache mit dem neuen Teppich fing doch schwieriger an als erwartet. Ich hatte die neuen Teile nach Muster zugeschnitten, aber ´n bißchen viel Zugabe gegeben. Musste ich dann korrigieren, weil nichts passte. 1 – 2 cm Zugabe rechts und links reicht. Mit dem 1. Teil habe ich am Türausschnitt des Niedergangs angefangen. Wenn es da genau sitzt, passt auch der Rest. Das Stück reicht jetzt bis zum 1. Absatz, da war ohnehin die Trennstelle. Hier bleibt jetzt 1 cm Luft für die Kabel der Lampen.
Das nächste Stück reicht wieder 1 Meter weiter nach vorne, das übernächste ebenso. In dieser Größe lassen sich die Stücke gut handhaben. Sie sollten wg. des Kontaktklebers auch beim 1.Mal richtig sitzen. Das letzte Stück zum Bug ist für einen Laien schwierig, weil es in mehrere Biegungen geklebt werden muß, aber na ja, es sieht dann doch noch einigermaßen gut aus. In den Zwischenräumen der einzelnen Segmente habe ich mit Heißkleber 2x 2,5er Kabel für Beleuchtung befestigt und die Kabel am Fenster hinter der abgenommenen Seitenverkleidung nach hinten geführt. Auf die Zwischenräume an der Decke kommen noch Abdeckleisten, die Farbe bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Meine wurden mit dem gleichen Stoff der Gardinen beklebt.

Beim Weiterführen der Kabel hinter der Fensterverkleidung muss man peinlich genau auf die Positionierung der Befestigungsschrauben achten. Bei der Cytra sind auch noch die Fensterschrauben von außen kommend zu beachten, die dann ebenfalls noch die Verkleidung festhalten, so wie im Bad schon gesehen.

 

Der Teppich war am nächsten Tag immer noch dran! Allerdings haben sich ein paar leichte Falten gebildet, aber was soll´s, die hab ich auch.
Entweder habe ich da unsauber gearbeitet oder der Teppichrücken hat sich wg. des Klebers gewellt. Der Teppichrücken ist ein Filzrücken, nicht gerade optimal zum Verkleben, wurde mir gleich gesagt, aber in der gewünschten Farbe cremeweiß gab es nichts anderes. Der saugt natürlich entsprechend viel Kleber auf.

Zum Kleber: Es handelt sich um einen handelsüblichen Neoprene-Kleber aus dem Teppichfachhandel. Ich habe für eine Bruttofläche von 4 x 5 m ca. 8 kg gebraucht. Der Kleber ist lösemittelhaltig, also auf gute Belüftung achten, sonst wird einem schnell übel.

Der Geruch verflüchtigt sich aber schnell und am nächsten Tag riecht man nichts mehr.


Da die Verkleidungen wg. der neuen Kabel einmal ab waren, habe ich den braunen Stoff

abgezogen, den Bandschleifer angesetzt und alles sauber geschliffen. Die Handhabung

dieser Verkleidungsteile erfordert ein bisschen Vorsicht, da sie bei der Länge von fast 5m wirklich sehr elastisch sind. Neu bezogen habe ich sie mit Kunstleder, dafür ist

www.mardo.de eine gute und preiswerte Adresse. Auch hier muss man die Schraubenlöcher auf der Rückseite markieren und später wieder durchstechen.

 

Nach dem Befestigen der Fensterverkleidung von innen muß außen wieder die durchgehende Makrolonscheibe festgeschraubt werden. Dabei bitte gaaanz vor-
sichtig anziehen (Schrauber auf Stufe 3), sonst bildet sich ein Spinnennetz.

Nachdem ich meiner Cytra noch ein neues Schaltpaneel spendiert und die zuvor hinter der Fensterverkleidung verlegten Kabel angeklemmt habe, gibt es jetzt wohl zum 1.Mal vernünftig Licht im Schiff. Ich war selbst erstaunt, daß alles funktioniert.

Einen neuen Bodenteppich einpassen und den Sockel der Sitzbank mit neuem Teppich zu bekleben, ist so einfach, daß es nicht extra beschrieben werden muss.

 

Um das Cockpit mit neuem Bodenbelag zu versehen, hatte ich mir 0,9mm Laminatplatten von Ruegg besorgt. Sieht gut aus, aber Du kriegst den Mist nicht geschnitten. Hatte mir für die Stichsäge Laminatsägeblätter besorgt. Das Zeug platzte so weg, obwohl ich es oben und unten so zwischen zwei Holzplatten gespannt hatte, daß nur noch Platz für den Schlitten der Säge war. Blieb nur noch die Möglichkeit, das Laminat komplett zwischen Restplatten aus der Abfallkiste packen, die Konturen zu übertragen und alles zusammen durchsägen. das hat endlich funktioniert.

Ich habe die Kanten anschließend mit dem Bandschleifer vorsichtig geglättet, dann war´s okay für ´nen Laien. Der mitgelieferte 2K Kleber ließ sich sehr gut (beidseitig) mit der Rolle auftragen und bleibt 3 Stunden verarbeitungsfähig. Man legt also das Material auf und kann es dann in die endgültige Position schieben. Wenn man dann darüber latscht auf einem gewölbten Boden, darf man sich nicht wundern, wenn es wieder etwas verrutscht. Aber egal, es liegt jetzt und sieht einfach klasse aus.
 

Das mit dem Kühlschrank ist blöd. Er hockt im Schrank direkt neben dem Niedergang.

Der ganze Raum links vom Kühlschrank ist toter Raum. Es stellte sich dann heraus,

daß der Kühlschrank plötzlich nicht mehr funktionierte, also raus mit dem Teil.

Mensch, ist das ein Riesenschrank jetzt, den müsste man doch anderweitig nutzen können……Letztlich habe ich mich entschlossen, das mittlere Schrankfach zum Einbau eines neuen Kühlschrankes zu nutzen. Allerdings mussten ich hier wg. des ansteigenden

Bodens ein neues Fundament schaffen, um den Kühli gerade aufstellen zu können.

 

Ich habe mich für einen 50 l Schrank mit weggebautem Kompressor entschieden. Bei der Fa. Kissmann fand sich etwas maßlich passendes. Dazu habe ich mir in die Kühl-Verbindungsleitungen 2 Kupplungen einbauen lassen. Den Kompressor wollte ich nämlich in den bisherigen Schrank einbauen. Wenn man erst alles einbauen kann und zum Schluss erst die Verbindung herstellt, ist das einfach praktischer und mit so einer Leitung kommt man eher durch die Schrankzwischenwände als mit dem kompletten Kompressor.

Im Reparaturfall muss man dann auch nur den Kompressor ausbauen.

Der Kühlschrank wurde auch wunschgemäß geliefert und passte dann nicht!!!

Ich hatte mich um 2-3 cm in der Tiefe vermessen. Höher einbauen, um im Zuge der nach außen ansteigenden Rumpf-Innenschale Platz zu gewinnen, schied aus, da oben schon der Siphon des Waschbeckens im Weg war. Waschbecken umdrehen ging wg. der Gasarmaturen des Ofens nicht. Dann habe ich den kompletten Pantryschrank losgeschraubt und so weit es ging, ca. 2 cm, nach vorne gezogen, mit Leisten ausgefüttert und neu befestigt. Reichte leider nicht. Blieb letztlich nur der Ausweg, in die Innenschale des Rumpfes einen breiten Schlitz zu schneiden, damit die störende untere Ecke vom Kühlschrank darin Platz findet. Das war dann der Ausweg.

Für diese Frickelei habe ich 3 Tage gebraucht, aber für den Zugewinn an Stauraum hat es sich gelohnt. Ich habe jetzt einen über 1m breiten Schrank, für den ein 50 cm breiter entfallen ist.

Bei der Gelegenheit habe ich gleich einen 2. Wasserschlauch für Warmwasser zwischen

den beiden Rumpfschalen durchgezogen. Es waren 2 Montageöffnungen in der Schrankrückwand vorhanden, eine ganz links in der Ecke und die andere rechts hinter dem Spülbecken. Vom Motorraum kommend, wo der Boiler sitzt, konnte ich den Schlauch bis zu der 1. Montageöffnung durchschieben, dann fiel er runter, weiterschieben bis zur nächsten Öffnung, ca. 170 cm, ging nicht. Also habe ich den Schlauch an das 1. Glied eines Zollstockes gebunden und diesen dann nach und nach aufgeklappt und durchgeschoben. Am Zielort dann den Schlauch abgemacht und den Zollstock wieder eingeklappt. Ganz simpel.

 

Wenn ich gedacht hatte, jetzt wäre Ruhe im Schiff, dann hatte ich das nur gedacht.

 

Zumindest die Skipper-Fahrer kennen in der Salon-Spitze das Dreiecks-Teil zum

Hochklappen, die sogenannte Rundecke.  Das Sitzen ist dort wg. der steilen Rückenlehne zum Abgewöhnen, auch ist die Sitzfläche sehr kurz bemessen. Der Frau stank das schon lange und irgendwann packte ich die Säge wieder aus. Sie hatte mich überzeugt, dass ich das schon immer mal ändern wollte. Das Teil also ausgebaut und mit knapper Not durch den Niedergang nach draußen gewuchtet. Das Rückenpolster habe ich zuerst entfernt, dann von der Mitte der Rundung aus ca. 10 cm nach hinten eine gerade Linie von rechts nach links gezogen, die Säge auf ca. 110 Grad oder 20 Grad eingestellt, je nachdem welchen Bezugspunkt man nimmt, horizontal oder vertikal, und die Lehne dann abgeschnitten.

Mit Hilfe von stabilen Winkeln, passend gebogen, und Schlossschrauben habe ich eine neue, jetzt also gerade Rückenlehne befestigt. Da reicht 16 mm Material. Nach unten habe ich wieder den Spalt freigelassen, damit man darunter langen kann wg. der Zusatzpolster, die dort liegen und auch, damit man die Füße darunter stecken kann. Ein Tischler hätte es vielleicht eleganter befestigt, aber den bin ich keinen...

Jetzt hat man ausreichend Sitztiefe und die Neigung der Rückenlehne ist angenehm.

Unter dem Dreiecks-Teil ist noch genügend Platz, um das Holzbrett wieder zu befestigen,

welches zur Erweiterung der Liegefläche(wenn gewünscht) benötigt wird.

Natürlich müssen jetzt neue Polster gefertigt werden. Muster für den Schaumstoff (Härtegrad beachten) hat man ja. Der Rest ist Geschmackssache. Da hier ohnehin ein kompletter Neubezug anstand, war das ein Aufwasch. Wer mag schon so ein bitterschokoladenbraunes Karomuster?

Der berühmte rechteckige Originaltisch musste jetzt ebenfalls dran glauben. Ich habe

günstig eine höhenverstellbare und drehbare Tischsäule mit 5 Füßen bekommen. Passend zum Fußraum habe ich mir eine 19 mm Tischlerplatte zuschneiden lassen. Anschließend

gebeizt mit dem Farbton Teak von CLOU, passt sehr gut zur vorhandenen Holzfarbe. 2 x

farblose Lasur drauf und gut isses.

Der Steuerstand sollte ebenfalls wohnlicher werden. Das Schanzkleid ist serienmäßig innen nackt. Das sollte verkleidet werden und es muß nicht immer Teak sein. Außer dass die Teile der Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sind, werden sie in der Regel nicht nass, da die Kuchenbude mit der Persenning abgedeckt ist, wenn kein schönes Wetter ist.

Also im Baumarkt wasserfest verleimtes Sperrholz besorgt, 12 mm stark. Die grob zugeschnittenen Platten habe ich der Kontur des Schanzkleides angepasst und zurechtgeschnitten. Zur Gewichtsersparnis mit der Lochsäge jede Menge Löcher hineingeschnitten und anschließend mit dünnem Schaumstoff und darüber mit Kunstleder, z.B. von www.mardo.de verkleidet. An den Innenseiten des Schanzkleides

habe ich mit Sika-Kleber Vierkantleisten angeklebt und daran die Platten angeschraubt,

sieht gleich ganz anders aus. Das gleiche Material hatte ich bereits für die Verkleidungen neben und hinter´m Steuerrad genommen.

Die Frontscheibenrahmen und die beiden Seitenrahmen sind wohl serienmäßig von innen in dunkelgrau lackiert, was den Teilen eine heute ungewollte optische Massivität verleiht und letztlich aussieht wie die Fenster eines Geldtransporters. Obwohl, unsere Boote sind ja eigentlich welche, muß man aber nicht so vorzeigen.

Von außen waren diese Fensterrahmen dunkelblau mit starker Tendenz zum Abblättern. genau wie der am Kasko in Fensterhöhe umlaufende Zierstreifen.

Also fing ich an, die blaue Farbe abzuschleifen. der zuvor gekaufte Abbeizer von Molto

funktionierte nämlich nicht, da konnte man noch so lange auf die Wirkung warten. Genauso gut hätte ich Marmelade auf die Farbe schmieren können. Die Schrauben, mit denen die Rahmenteile untereinander und mit dem Kasko verbunden waren, trugen

Abdeckkappen aus Plastik, natürlich überstrichen. Also runter damit. Auf der Innenseite

steht die Bezeichnung Korrex, sollte über Internet kein Problem sein, war es aber doch.

Nach vielem Suchen bin ich bei www.emico.de gelandet, die mehrere Sorten Schrauben-

abdeckkappen im Programm haben.

Wenn man dann einmal dran ist, macht man auch die Schrauben raus, weil sich dann besser schleifen und lackieren lässt. Die Rahmenteile habe ich nach Entfernen der Schrauben recht einfach abmachen können. Dabei habe ich auch den Weg des Wassers, daß mir immer in ins Cockpit lief, zurückverfolgen können und der Sache einen Riegel vorgeschoben. Nach der Reinigung der Seitenrahmen-Sitzflächen habe ich quer einige Sika-Nähte gesetzt, sodass das Regenwasser nicht mehr von vorne nach hinten durchlaufen kann, sondern vorher nach unten abgeleitet wird.

Auf den Nähten sitzt später wieder das Rahmenteil, sieht man also nicht mehr.

 

Die Fensterscheiben waren an der Außenseite mit einer dreieckigen schwarzen Kunststoffleiste eingefasst, die alle 10 – 15 cm mit einer Poppniete verziert wurde.

Der optische GAU! Da die Leiste ohnehin schon Fehlstellen und Flickstellen hatte, gab es nur eine Möglichkeit: Weg mit dem Dreck!!

Die Leisten also ausgehebelt, die Nieten ausgebohrt, die Löcher verspachtelt und verschliffen und dann alles mit Entfetter abgewaschen. Darauf habe ich dann mit Acryl

ausgefugt. Nach 2-tägiger Trocknungsphase den ganzen Rahmen 2 x grundiert und 2 x

lackiert. Dazu habe ich von INTERNATIONAL den TOPLAC genommen. Die Farbe ist allerdings wesentlich heller als auf dem Deckel angegeben. Es sollte Elfenbein 812 sein, was der Grundfarbe der Cytra entspricht. In Wirklichkeit ist die Farbe eher weiß. Aber egal, alles ist besser als dunkelgrau (innen) und abfärbend dunkelblau (außen).

Für den Zierstreifen am Kasko habe ich rot genommen vom gleichen Hersteller.

Beim Farbenhändler gab es nur das übliche Abdeckband, eine scharfe Trennkante habe ich damit noch nie hinbekommen. Zum Abkleben der Konturen verwendete ich daher Linierband, das es in div. Breiten, hier 15 mm, bei Conrad Electronic gibt. Eigentlich als Direktversandartikel, kann aber auch in der Filiale bestellt und abgeholt werden. Im sogenannten Fachhandel habe ich es nicht bekommen. Linierband hat den Vorteil, daß wirklich nichts dahinter läuft. Man kann es auch nach dem 4. durchgetrockneten Lackauftrag noch kantenscharf abziehen.

 

Man sollte die Farbe 3 Tage aushärten lassen, sie ist dann einfach grifffester und nimmt

beim Montieren der Teile nicht so schnell Schaden. Immerhin sind die Rahmen nicht leicht, den Frontrahmen schätze ich auf 50 – 60 kg. Nach dem Zusammenbau der 3 Teile

werden die verbliebenen Spalten mit Sikaflex verschlossen und nach dem Aushärten mit

der gleichen Farbe überstrichen.