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Bord PC
Februar 2004
Ein Computer an Bord eines Bootes kann ein multimediales Hilfsmittel darstellen. Im folgenden Bericht möchte ich über meine Erfahrungen berichten, wobei ich ausdrücklich erwähnen möchte, dass ich kein Computerfachmann, vielmehr ein PC-User und PC-Gelegenheitsbastler bin.
Als Computer benutze ich einen handelsüblichen Mini-Tower-PC der über einen kleinen Umformer der 12 Volt Bordspannung in 230 Volt Wechselspannung umwandelt mit Strom versorgt wird. Als Bildschirm kommt ein 15” TFT Flachbildschirm zum Einsatz. Der Monitor hat von Haus aus ein separates Steckernetzteil mit 12 Volt Ausgang. Im Bordbetrieb ist der Monitor direkt an 12 Volt angeschlossen. Ein Tintenstrahldrucker, ein Einzugsscanner älterer Bauart (vom Flohmarkt- heute nicht mehr üblich, aber kleiner als Flachbett- Scanner) und eine Funktastatur komplettieren die Anlage. Die Festplatte ist an Gummiseilen elastisch im Gehäuse aufgehängt, das hält Stösse und Geräusche ab. Warum einen PC und kein Notebook werden Sie sich fragen. Nun einen PC kann man relativ einfach nach-und umrüsten. Die Teile sind preiswert in jedem Computerflohmarkt zu bekommen und für die Um- und Aufrüstung muss man kein Uhrmacher sein. Der PC ist auf unserer Ambassador im Kleiderschrank untergebracht, Drucker und Scanner stehen im Salon und der Monitor kann ,da jeweils Anschlüsse vorhanden sind, wahlweise im Salon am Kartentisch oder am Steuerstand verwendet werden. Die Funktastatur funktioniert an beiden Arbeitsplätzen.
Kommen wir jetzt zu dem was der PC bis jetzt an Bord schon kann.
1. Alles was der PC üblicherweise zu Hause erledigt (Word, digitale Fotos speichern, Logbuch führen etc.)
2. Dank eingebauter TV Karte ersetzt er den Fernseher, der TFT Flachmonitor ist klein und hat auch bei Sonneneinstrahlung ein gutes Bild
3. Musik-, MP3-CD und DVD Wiedergabe in Superqualität
4. Internet-Zugang über angeschlossenes Handy. Mit 9600 bit/sek zwar nicht berauschend, aber e-mails empfangen und versenden ist kein Problem. Wasserstandsmeldungen über www.elwis.de sind auch schnell und jederzeit abzurufen und zu speichern. Man sollte, um die Verbindungen zu beschleunigen die Einwahl ins Netz nicht über die Einwahlsoftware von z.B. T-Online oder AOL sondern über das DFÜ Netzwerk herstellen, die bevorzugten Seiten mit entsprechender Unterseite in die Favoriten oder Lesenzeichen speichern und vielleicht schon zu Hause am Festnetz einmal aufrufen, so werden die Seiten im Cache-Speicher abgelegt und bei erneutem Aufruf über`s Handy müssen nur die veränderten, aktuellen Informationen übertragen werden. Eine weitere Möglichkeit die Geschwindigkeit zu erhöhen besteht darin, den Browser (Netscape/Internet-Explorer) so einzustellen, dass die Grafiken unterdrückt werden.
5. Über den Scanner und eine Fax-Software (Shareware aus dem Netz oder liegt meistens dem Scanner kostenlos bei) Telefaxe verschicken. Faxe empfangen ist schon ein wenig schwieriger. Es muss eine separate Fax Nr. mit zusätzlichen Kosten geschaltet werden und der Rechner sollte ständig standby sein. Da mir das zu aufwändig erschien, wählte ich eine andere Möglichkeit. www.web.de z. B. bietet einen kostenlosen Fax Service an. Bei web.de kann man eine Tel.Nr. einrichten an die die eingehenden Faxe gesendet werden. Die Faxe werden von web.de in emails umgewandelt und übermittelt. Die emails können, wenn gewüncht als SMS am Handy mit der Betreffzeile angekündigt werden, so muss der Rechner nicht ständig laufen. Die Faxe werden also nach Meldung auf dem Handy oder einfach in gewissen Abständen vom Rechner geholt. Einen Haken hat die Sache aber, das Fax kann gleich, aber auch bei Stau im Daten-Highway unter Umständen erst nach Stunden übermittelt werden.
6.Wetterberichte , Wetterkarten und Navtex-Meldungen kostenlos an Bord holen. Hierzu braucht man ausser dem PC einen Allwellenempfänger, ein Kabel um den Kopfhörer- oder Line-Out-Anschluss mit der Line-In-Buchse der Sound-Karte am PC zu verbinden und eine Decoder-Software. In unserem Fall wird ein Sangean ATS 909 als Empfänger und als Decoder-Software das Programm “MSCAN” verwendet. Das Programm kann unter www.mscan.com downgeloadet werden. Es steht eine Kauf- und eine Demoversion zur Verfügung. Die Demoversion ermöglicht die unterschiedlichsten Wetterberichte und Wetterkarten zu empfangen. Bei der Demo-Version wird der Hinweis “ Demo Version” gelegentlich eingeblendet. Das Programm ist einfach und schnell installiert, die Frequenzen werden angegeben und vom downloaden bis zum ersten Wetterbericht vergehen nur wenige Minuten. Andere gute Software ist als CD-Beilage der jährlich erscheinenden und im guten Zeitschriftenhandel erhältlichen Zeitschrift “Amateurfunk-Software für den Amateurfunker” für 11 € zu kaufen.
7.Mit einer für schon ab ca 70 € erhältlichen GPS Maus mit USB- oder seriellem Anschluss haben Sie den schönsten Kartenplotter. Software gibts bei Delius Klasing zu kaufen, als Freeware auf der Boote Homepage www.boote-magazin.de oder einfach im Internet (Google) suchen und finden. Seit neuestem gibt es spezielle Navigationssoftware auch für Binnengewässer um Berlin und westdeutsche Kanäle . Wir benutzen, da es für den Rhein, südlich von Köln und die Nebenflüsse wie Main, Neckar etc. noch nichts spezielles gibt den ca 15 € billigen Marco Polo Reiseführer. Man braucht zwar für den Main kein Navigationssystem, es ist aber schon von Interesse auf dem Bildschirm sich einen Überblick über den Standort zu verschaffen. Ausserdem wird auf dem Bildschirm die exakte Geschwindigkeit über Grund angezeigt - Sie werden staunen wie so manches Log nicht loggt sondern lügt. Am Tagesziel angekommen haben Sie gleich einen Stadtplan, den Sie auch ausdrucken können zur Verfügung. Brötchentüten-Navigation ade.
Also keine Angst vor der Technik, es sind noch unzählige Anwendungen möglich. Ich denke nur an Wettermessungen, Alarmmeldungen via Web-Cam und Telefon/Handy, Motorüberwachung anstelle teurer Instrumente. Haben Sie Ideen, lassen Sie die Cytra-Gemeinde teilhaben.
Januar 2005
März 2005
Januar 2006
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