Durch eine Email unseres Clubmitglieds Rolf aus B. angeregt habe ich einige Gedanken auf´s Papier (oder war´s doch  nur der Bildschirm) gebracht.

 

Hier die Mail:

 

Ich habe übrigens schon wieder eine neue Baustelle im Hinterkopf.

Was hältst Du von Bioethanol E85. Also 85 % Ethanol 15% Benzin. Dazu braucht man einen Motor mit Einspritzung und eine Zusatzsteuerung die es zukaufen gibt. Da der Literpreis für E85 bei nur 0,91 Cent liegt und bis 2015 von der EU festgeschrieben ist könnte das eine lohnende Sache werden. Die Steuerung erkennt das Mischungsverhältnis im Tank, was zu folge hat, dass es egal ist ob Du Benzin oder E85 getankt hast. das Mischungsverhältnis wird per Sensor überwacht und die Motorsteuerung wird immer optimal angepasst.
 

Bis bald

Gruß Rolf

 

Hallo Rolf und alle die es interessiert,

 

alternative Kraftstoffe haben mich schon immer interessiert. Vor über 20 Jahren  habe ich einige Autos auf Flüssiggasbetrieb umgerüstet. Der Gesetzgeber hatte die damalige  Begeisterung über Nacht beseitigt , indem er die volle Mineralölsteuer zur Anwendung brachte. Als vor einigen Jahren dann die Mineralölsteuer wieder weg fiel habe ich nicht geglaubt, dass der Verbraucher sich noch mal auf LPG einlassen würde. Hier lag ich falsch, Autogas (LPG ) ist im PKW Bereich heute der Alternativ-Kraftstoff Nummer eins.

Versuche mit Pflanzenöl am Boot eines Stegnachbarn mit zwei Volvo Penta 200 PS Turbodiesel verliefen einwandfrei und problemlos.

 

Zum Thema E85:

 

Eine Einspritzanlage ist nicht notwendig. E85 besitzt ca. 30 % in der Flüssigkeit gebundene Luft. Aus diesem Grund muss der Motor angepasst werden. Er braucht mehr Kraftstoff oder weniger Luft. Bei einer elektronischen Einspritzung wird dies durch eine Verlängerung der Einspritzzeit erreicht, beim Vergaser z.B. mit größeren Düsen. Da heute im Autobereich praktisch nur noch Einspritzer zu finden sind, wird natürlich fast ausschließlich Umrüstung für Einspritzer entwickelt und angeboten. In Brasilien wird übrigens seit Jahrzehnten mit Bio Sprit aus Zuckerrohr gefahren. Wenn man den Berichten in verschiedenen Internet-Foren glauben darf, sind bei uns einige Autos die trotz dem Vorgenannten ohne jede Änderung problemlos laufen unterwegs. Ein BMW 850 Besitzer berichtete sehr genau, wie er sich von anfangs 10%, dann auf 20/30/50 % Ethanol Beimischung bis letztendlich zu E85 hochprobierte. Der Motor hätte gefühlsmäßig sogar mehr Leistung entwickelt. Ich denke also man könnte durchaus an einem Benzin – Bootsmotor mit Vergaser experimentieren. Ethanol ist allerdings zu gewissen Kunststoffen aggressiv. Die Kraftstoffleitungen, Membranen der Benzinpumpen, Vergaserdichtung sollten also dem Ethanol standhalten. Im Auto läuft es im Falle eines Defekts auf die Straße, im Boot wird das unangenehmer und gefährlicher sein. Im übrigen werden  im Sierra Katalog ( amerikanischer Lieferant für Bootsmotor - Verschleißteile ) Benzinpumpen mit dem Zusatz „Alkohol – resistent“ angeboten. Für was wohl ??

 

Aber, da der E85 Kraftstoff, wie gesagt 30% „Luft“ beinhaltet, wird der Verbrauch auch 30 % höher ausfallen. Dann ist der Preisvorteil wieder dahin.

 

Zum Thema Flüssiggas:

 

Funktioniert einwandfrei, Mehrverbrauch ca. 10%, Kosten + - 70 Cent/Liter, das Beste was es gibt. Aber, es gibt keine Tankmöglichkeit für Boote.

 

 

Meine Gedanken zum kostengünstigeren Bootfahren:

 

Auf vielen Gewässern besteht eine Geschwindigkeitsbeschränkung. Ich fahre, wo immer möglich mit Rumpfgeschwindigkeit. Einen Verdränger kann ich mir aber eigentlich nicht erlauben, da meine Reisen immer irgendwie über den stark strömenden Rhein führen. Das Ergebnis ist:

 

  • Bei Fahrten mit Rumpfgeschwindigkeit und zwei starken V8 Motoren ein unwirtschaftlich hoher  Kraftstoffverbrauch.
  • Auf dem Rhein gegen die Strömung eine schöne Geschwindigkeit bei einem (na, ja) vertretbarem Verbrauch.
  • Mit einem Verdränger könnte ich mit der mir zur Verfügung stehenden Zeit den Rhein über größere Distanzen nicht zu Berg fahren und der Verbrauch wäre auf den Km oder die Sm umgerechnet so hoch oder höher als mit den beiden V8 Motoren. Ich höre immer wieder von den „Verdrängern“ :……… 5 Liter die Stunde. Auf einem stehenden Gewässer OK, aber wie sieht das bei 10 Km/h Strömung gegenan aus. Ich weiß wie – rückwärts.
  • Im übrigen ist das Manöverieren mit zwei Motoren natürlich auch eine feine Sache  und eine gewisse Sicherheit stellt diese Konstellation auch da.

Was könnte man da tun ??

 

Zu den in unserer  Ambassador 38 eingebauten Volvo V8 Motoren in irgendeiner Form einen  3. Motor einbauen. Dieser Motor sollte zwischen 30 und 50 PS auf die Schraube bringen und für Fahrten mit niedriger Geschwindigkeit, in stehenden Gewässern oder zu Tal fahrend  eingesetzt werden. Bei Bedarf, d.h. bei Bergfahrt, in Schleusen und Häfen etc. kämen die den beiden großen Motoren zu Einsatz.    Nur das WIE ist die Frage.

 

    • Die V8 weiter nach außen setzen um in der Mitte Platz für einen schlanken Motor mit einen 3. Z-Antrieb zu schaffen, der bei Betrieb mit den V8 Motoren hoch geschwenkt wird.
    • Die Achterkajüte im Bereich des Nachttischschränkchens mit einem Kasten versehen und den 3. Motor mittig vor den beiden Hauptmotoren einbauen. Den 3. Motor durch eine Kardanwelle mit dem 3. Z-Antrieb verbinden.
    • Einen Hydraulik - Motor (oder besser Pumpe) am 3. Antrieb anbringen  und den Motor irgendwo,  z.B. unter dem Salonfußboden einbauen und mit Hydraulikschläuchen verbinden.
    • Einen Elektromotor und Generator einbauen – wahrscheinlich zu schwer, zu schwach, zu teuer.
    • In einigen amerikanischen Trawlern ist ein so genanntes „Homeing“ System als Notantrieb verbaut. Das besteht aus einem Dieselmotor mit konventionellem Wendegetriebe, Propellerwelle und einem Faltpropeller, wir er bei Segelbooten zur Reduzierung des Wasserwiderstand beim Segeln verwendet wird. Bei den einmotorigen Trawlern ist der auf einer Seite montierte Antrieb noch eine Hilfe beim Anlegen (Ersatz für Heckstrahlruder). In unseren Booten könnte der Antrieb in der Mitte montiert werden. So eine Vorrichtung ist mit Sicherheit relativ preiswert zu realisieren. Nachtteil die bremsende Wirkung bei schneller Fahrt.

 

Das sind so meine Erfahrungen beziehungsweise Ideen . Wie ist Eure Meinung. Für jedes Feedback dankbar.

 

 

Siegfried von der Penny

 

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